Seit dem 16. Februar 2008 kann man wieder vom Bahnhof Rossio nach Sintra fahren. Dieser Bahnhof im alten Zentrum Lissabons hat eine lange Geschichte.
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Die Geschichte Lissabons steckt in den "Winkeln, Dachziegeln und Gerüchen jeder Straße" (José Saramago) - von den ersten Faustkeilen am Ufer des Tejo über römische und arabische Zeiten bis zur christlichen Reconquista, vom Zeitalter der Entdeckungen bis zum Erdbeben von 1755, vom Absolutismus bis zur faschistischen Diktatur, zur Nelkenrevolution und bis in die Gegenwart reichen die Spuren.
Lissabon - in der Geschichte der Stadt lesen ist der Titel eines Projekts, aus dem auf dieser Website von Zeit zu Zeit einzelne Kapitel veröffentlicht werden. Viel Spaß beim Lesen!
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an keinem anderen Ort sind die Farben aus so vielen Farben gemacht wie an diesem.
José Cardos Pires: Lissabonner Logbuch, München, Wien 1997.
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Eine Kathedrale des Verkehrs, die ihr Herz aus Eisen zu verbergen sucht.
Sie wurde zwischen 1886 und 1887 im Auftrag der Real Companhia dos Caminhos de Ferro Portugueses (der Königlichen Eisenbahngesellschaft) nach Plänen von José Luís Monteiro errichtet, von dem auch das Gebäude des Hotels Avenida Palace (früher Hotel International) stammt, das bis 1892 den Mitarbeitern der Eisenbahngesellschaft zur Verfügung stand.
Das unterschiedliche Höhenniveau wurde durch den Bau mehrerer Plattformen und Rampen überwunden; so kann man zu den Zügen nach Sintra (30 Meter oberhalb des Haupteingangs) nicht allein unter Benutzung der Rolltreppen, sondern auch von außen gelangen, indem man die Treppen der Calçada do Carmo benutzt.
Die königliche Sommerresidenz war aber nicht immer das einzige Ziel der Reisenden; bevor 1890 der 2,6 Kilometer lange Tunnel, der unter der Avenida da Liberdade bis nach Campolide reicht, ausgehoben war, fuhren die Züge auschließlich von Alcântara aus in Richtung Sintra.
Der Bahnhof am Rossio, auf dessen Vorplatz 1918 das Attentat auf den Diktator Sidónio Pais verübt wurde, war, bevor der Bahnhof Santa Apolónia diese Aufgabe übernahm, der eigentliche Haupt- und Fernbahnhof der Stadt; Felix Krull kommt hier aus Paris an: im maurisch anmutenden Bahnhofsgebäude.
Die mangelnde Funktionalität des Baus war schon Gegenstand zeitgenössischer Kritik. Doch davon, dass der Bahnhof trotz seiner neo-manuelinischen Fassade mit Steintauen als gliedernden Elemente, mit Türen und Fenstern in Form von Hufeisen, mit maurischen und und gotischen Zitaten, auf dem Niveau europäischer Architektur gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist, kann man sich auf den von einer fast schwebenden Eisenkonstruktion überwölbten Bahnsteigen überzeugen. Sie kam allerdings zu spät: die Züge fuhren bereits, als man mit dem Bau der Decke begann.
Zuletzt geändert am 18.02.2008 16:39:31 von K.P.
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