Seit dem 16. Februar 2008 kann man wieder vom Bahnhof Rossio nach Sintra fahren. Dieser Bahnhof im alten Zentrum Lissabons hat eine lange Geschichte.
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Die Geschichte Lissabons steckt in den "Winkeln, Dachziegeln und Gerüchen jeder Straße" (José Saramago) - von den ersten Faustkeilen am Ufer des Tejo über römische und arabische Zeiten bis zur christlichen Reconquista, vom Zeitalter der Entdeckungen bis zum Erdbeben von 1755, vom Absolutismus bis zur faschistischen Diktatur, zur Nelkenrevolution und bis in die Gegenwart reichen die Spuren.
Lissabon - in der Geschichte der Stadt lesen ist der Titel eines Projekts, aus dem auf dieser Website von Zeit zu Zeit einzelne Kapitel veröffentlicht werden. Viel Spaß beim Lesen!
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Land, Land! Oder besser gesagt: Himmel, Himmel! Denn ohne Zweifel sind wird in der Nähe des berühmten Lissabon.
Cervantes: Die Leiden des Persiles und der Sigismunda.
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Von hier aus fahren die Züge an die Strände von Estoril und Cascais. Hinter dem Bahnhof, wo manchmal der Tejo über die Kaimauer schwappt, versuchen Angler im trüben Wasser ihr Glück.
Das Gebäude, eine Mischung aus Art Déco und Funktionalismus, wurde 1928 zusammen mit dem Estação Fluvial, von dem aus die Schiffe nach Cacilhas am anderen Tejoufer ablegen, nach Plänen von Pardal Monteiro errichtet.
Seitlich des Eingangsportals sieht man für Monteiro typische Friese mit Szenen, auf denen antikisierender Geist sich mit dem Industriezeitalter zu vermählen sucht, gestählte Männerkörper, unbekleidet und mit dem Schraubschlüssel in der Hand, werden zu Heroen der Arbeit. Die Fenster schließen mit Mosaiken ab, auf denen Wellen wie nach Industrienorm stilisiert sind. .
Azulejos von Viriato Silva aus dem verschwundenen Café Royal befinden sich heute im Museu da Cidade.
Am 27. Mai 1963 kam es zu einem schweren Unglück, als auf Grund baulicher Mängel ein Teil der Überdachung des Bahnhofs einstürzte und in Folge davon mehr als 50 Mensch ihr Leben verloren. Ende der 90er Jahre wurden die Bahnsteige ungefährt 200 Meter nach Westen verlegt, so dass die Einganshalle mit den Ticketautomaten und einem Café nun etwas verloren wirkt
Hinter dem Tor des Hauses 234 der Rua de São Paulo verbirgt sich schon seit 1892 die Station des Ascensor de Bica, die Inschrift über dem Torbogen des gelben Gebäudes weist darauf hin, allerdings sieht man sie als Passant nur von der anderen Seite der Straße aus. Die Konstruktion stammt von Raoul Mesnier de Ponsard.
Über 283 Meter und mit einer maximalen Steigung von fast 30% fährt die Bahn die Rua da Bica de Duarte Belo zum 45 Meter höher gelegenen Largo do Calhariz, vorbei an Wohnhäusern, kleinen Läden und einfachen Restaurants. Hier kann man preiswert, aber einfach essen und ist mit großer Wahrscheinlichkeit der einzige Tourist im Lokal.
Elevador bedeutet soviel wie Aufzug oder Fahrstuhl, doch sieht man einmal vom Elevador de Santa Justa ab, handelt es sich bei dem Elevador da Glória, dem Elevador da Bica und dem Elevador da Lavra in Wirklichkeit um Kabel- oder Drahtseilbahnen.
Mit einem solchen Elevador fährt Felix Krull in Thomas Manns Roman zu seiner Geliebten in einer der Villenstraßen der oberen Stadtgegend, Rua João de Castilhos mit Namen, nicht ohne sich in aller Kürze über die Transportmittel zu informieren, die mir für den kleinen Ausflug zur Verfügung stehen. Worauf man ihm sehr höflich antwortet:
Es gibt das verschiedene Möglichkeiten - nicht alle gleich empfehlenswert, wie ich besser hinzufüge. Sie können einen Fiaker nehmen, aber die Straßen dorthinauf sind recht steil, und der Fahrgast kommt wohl in die Lage, streckenweise neben dem Wagen hergehen zu müssen. Rätlicher ist es schon, die Maultier-Tram zu benutzen, die die Steigung gut bewältigt. Aber am gebräuchlichsten ist die Seilbahn, zu der sie den Eingang hier gleich in der Ihnen gewiß schon bekannten Rua Augusta finden. Dieses Verkehrmittel bringt sie bequem und geradewegs in die unmittelbare Nähe der Rua João de Castilhos. (Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Frankfurt a. Main 1989, S. 301 f.)
Nun wird man zwar gerade in der Rua Augusta, der zentralen Straße der Baixa, keinen Elevador finden können, und im Bairro Alto keine Rua João de Castilhos, verläuft diese doch oberhalb des Klosters von Belém; doch die Seilbahn gibt es tatsächlich. Mit ihr gelangt man von der Avenida da Liberdade zu einem der schönsten Aussichtspunkte der Stadt, dem Miradouro São Pedro de Alcântara.
Dabei überwindet der 1885 in Betrieb genommene Elevador da Glória eine Strecke von 265 Meter und einen Höhenunterschied von 48 Meter, die maximale Steigung beträgt ungefähr 18%, weniger als die der anderen beiden Trassen, doch genug um sich einen Fußmarsch zweimal zu überlegen, zumal Fiaker oder Maultier-Tram nicht mehr zur Auswahl stehen und Taxis ein Vielfaches des Weges zurücklegen müssten, um ins Bairro Alto zu gelangen.
Das Kabel dient einzig und allein der Balance, denn die Bahnen sind motorisiert. Der Fahres des hinauffahrenden Wagens bestimmt das Tempo. Nur an der Kreuzung beider Kabinen gibt es zwei Spuren. Zunächst noch von Dampfmaschinen angetrieben, wurden die Wagen 1914 (Lavra 1915) für den elektrischen Betrieb umgerüstet.
Der Elevador da Lavra, 1884 in Betrieb genommen, ist die älterste der drei Drahtseilbahnen.
Er verbindet auf einer Länge von 182 Meter die Rua das Portas de Santo Antão / Rua São José mit der Rua Camara Pestana, von der aus man in wenigen Minuten zum Jardim de Torel gelangt, einem kleinen Park mit wunderschönem Blick auf das Tal der Avenida; nicht weit entfernt befindet sich der Campo dos Mártires da Patria mit der Deutschen Botschaft und dem Goethe-Institut.
Der Elevador de Santa Justa ist ein Monument aus der Ära der Eisenarchitektur - und seit 1915, als der schon 1897 errichtete Aufzug von der Calçada de São Francisco zur Stadtbibliothek verschwand, das letzte seiner Art.
Zwischen 1892 und 1912 gab es außerdem einen hydraulisch betriebenen Aufzug, der die Rua do Carmo mit der Rua do Crucifixo verband.
Der 45 Meter hohe, bis 1907 noch mit Gas betriebene Aufzug, der die Baixa mit dem Chiado-Viertel verbindet, wurde zwischen 1989 und 1901 errichtet. Der Entwurf für die neogotische Eisenkonstruktion stammt nicht von Alexandre Gustave Eiffel, wie man manchmal zu lesen bekommt, sondern von seinem Schüler Rául Mesnier de Ponsard. Aus dessen Hand sind auch die Entwürfe für die Standseilbahnen von Nazaré zum Sítio und zum Bom Jesus do Monte in Braga.
Von der oberen Café-Terrasse aus kann man sich einen Überblick über die rechtwinklig angelegten Straßen der Baixa verschaffen; über eine kleine, von einem Betonpfeiler gestütze Brücke (25 Meter) gelangt man zum Largo do Carmo.
Die beiden Kabinen, in denen livrierte Führer die Knöpfe bedienen und die Türen schließen, bieten Platz für jeweils 25 Personen, was manchmal durchaus zu längeren Warteschlangen führen kann.
Eine Kathedrale des Verkehrs, die ihr Herz aus Eisen zu verbergen sucht.
Sie wurde zwischen 1886 und 1887 im Auftrag der Real Companhia dos Caminhos de Ferro Portugueses (der Königlichen Eisenbahngesellschaft) nach Plänen von José Luís Monteiro errichtet, von dem auch das Gebäude des Hotels Avenida Palace (früher Hotel International) stammt, das bis 1892 den Mitarbeitern der Eisenbahngesellschaft zur Verfügung stand.
Das unterschiedliche Höhenniveau wurde durch den Bau mehrerer Plattformen und Rampen überwunden; so kann man zu den Zügen nach Sintra (30 Meter oberhalb des Haupteingangs) nicht allein unter Benutzung der Rolltreppen, sondern auch von außen gelangen, indem man die Treppen der Calçada do Carmo benutzt.
Die königliche Sommerresidenz war aber nicht immer das einzige Ziel der Reisenden; bevor 1890 der 2,6 Kilometer lange Tunnel, der unter der Avenida da Liberdade bis nach Campolide reicht, ausgehoben war, fuhren die Züge auschließlich von Alcântara aus in Richtung Sintra.
Der Bahnhof am Rossio, auf dessen Vorplatz 1918 das Attentat auf den Diktator Sidónio Pais verübt wurde, war, bevor der Bahnhof Santa Apolónia diese Aufgabe übernahm, der eigentliche Haupt- und Fernbahnhof der Stadt; Felix Krull kommt hier aus Paris an: im maurisch anmutenden Bahnhofsgebäude.
Die mangelnde Funktionalität des Baus war schon Gegenstand zeitgenössischer Kritik. Doch davon, dass der Bahnhof trotz seiner neo-manuelinischen Fassade mit Steintauen als gliedernden Elemente, mit Türen und Fenstern in Form von Hufeisen, mit maurischen und und gotischen Zitaten, auf dem Niveau europäischer Architektur gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist, kann man sich auf den von einer fast schwebenden Eisenkonstruktion überwölbten Bahnsteigen überzeugen. Sie kam allerdings zu spät: die Züge fuhren bereits, als man mit dem Bau der Decke begann.
Hier kommt man an, wenn man über Paris oder Madrid nach Lissabon reist.
Der Zentralbahnhof, von dem auch die nationalen Verbindungen in den Norden, nach Porto und Coimbra ausgehen, liegt am östlichen Ende der Alfama, die sich hier wie ein Balkon über das Tejoufer erhebt. So ist man zwar noch einen guten Kilometer vom Zentrum entfernt, das man mit dem Taxi oder der Métro schnell und bequem erreichen kann, bekommt aber bei seiner Ankunft sofort einen Eindruck von der Atmosphäre der Altstadt, der einen vielleicht dazu verführt, ist der Rucksack, so man denn mit einem solchen reist, nicht allzu schwer, sich zu Fuß auf den Weg zu machen.
Stadtpläne und sonstiges Informationsmaterial gibt es beim Schalter des Touristenbüros.
1856 wurde die erste Linie eröffnet, die bis Carregado reichte. Seit dem 23. September 1863 führte die Strecke bis zur spanischen Grenze. War der Bahnhof zunächst in einem alten Kloster, dem Convento da Santa Apolónia, untergebracht, so wurde der Bau in seiner aktuellen Gestalt am 1. Mai 1865 (1886, 1885) eingeweiht.
Auf dem Vorplatz steht seit 1981 ein auf Initiative der Zeitung O Tempo errichtetes Denkmal, das an das Schicksal der portugiesischen Emigranten erinnert, die auf der Suche nach einem besseren Leben ihr Land verlassen mussten.
Gegenüber des Bahnhofs liegt das Museu Militar.
Im Berufsverkehr, zu Ferienbeginn und wenn an Wochenenden die Strände der Costa da Caparica locken, staut sich der Verkehr über dem Tejo - und man kann den wunderbaren Blick über den Fluss genießen.
Bis 1966 konnte man den Süden des Landes nur über eine Brücke bei Vila Franca de Xira (30 km nördlich von Lissabon) oder mit Fähren erreichen. Mit dem Bau der Brücke wurde das andere Ufer der Stadt einverleibt.
1013 Meter der 2278 Meter langen Fahrbahn verlaufen in 70 Meter Höhe über dem Fluss. Die Fundamente befinden sich 82 Meter unter dem Wasserspiegel, die beiden 190 Meter hohen Brückenpfeiler liegen in etwa 1 Kilometer auseinander.
1966 wurde die Brücke als Ponte de Salazar eingeweiht, nach der Revolution aber zur Erinnerung ans Ende der Diktatur umgetauft.
500 Jahre nach der Ankunft Vasco da Gamas in Indien wurde 1998 die nach ihm benannte Brücke in unmittelbarer Nachbarschaft zum Lissabonner EXPO-Gelände eingeweiht und für den Verkehr freigegeben.
Das über 17 Kilometer lange Bauwerk aus Stahlbeton, das, so Staatspräsident Sampaio, den Geist eines sich modernisierenden Portugals am Ende des 20. Jahrhunderts repräsentiert, ist das größte dieser Art in Europa. Wie zwei Paar riesige Segel spannt sich in der Mitte des Flusses eine Stahlseilkonstruktion zwischen zwei 155 hohen Pfeilern über die durch eine Reihe von Betonpfeilern gestützte Brücke, die man schon vom Flughafen aus sehen kann.
Mit der Einrichtung der sechsspurigen Brücke und ihrem Anschluss an die Autobahnen in Richtung Algarve oder Spanien soll nicht nur der Verkehr über die Ponte 25 de Abril entlastet, sondern auch die Luftverschmutzung in der Stadt abnehmen, verläuft ein Teil des Nord-Süd-Verkehrs doch nun nicht mehr genau durch das Zentrum der Stadt.
Die Bauarbeiten zogen sich über vier Jahre hin; bei einem schweren Unfall kamen am 10. April 1997 sechs Arbeiter ums Leben. 300 Familien wurden aus Blechhütten in Sozialbauten umgesiedelt. Besondere Rücksicht musste auf ein Vogelschutzgebiet genommen werden.
Für den Entwurf der Mautstelle zeichnet der Architekt Mário Sua Key verantwortlich, von dem auch das Gebäude der portugiesischen Telekom auf dem EXPO-Gelände stammt.
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