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Lissabons Bahnhof

Seit dem 16. Februar 2008 kann man wieder vom Bahnhof Rossio nach Sintra fahren. Dieser Bahnhof im alten Zentrum Lissabons hat eine lange Geschichte.

Lissabonline ist ein unabhängiger Reiseführer durch Lissabon. Machen Sie sich auf den Weg und navigieren Sie durch die Stadt am westlichen Rand Europas ... [mehr...]

Kleine Geschichte Lissabons

Die Geschichte Lissabons steckt in den "Winkeln, Dachziegeln und Gerüchen jeder Straße" (José Saramago) - von den ersten Faustkeilen am Ufer des Tejo über römische und arabische Zeiten bis zur christlichen Reconquista, vom Zeitalter der Entdeckungen bis zum Erdbeben von 1755, vom Absolutismus bis zur faschistischen Diktatur, zur Nelkenrevolution und bis in die Gegenwart reichen die Spuren.

Lissabon - in der Geschichte der Stadt lesen ist der Titel eines Projekts, aus dem auf dieser Website von Zeit zu Zeit einzelne Kapitel veröffentlicht werden. Viel Spaß beim Lesen!

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Aus für Opel in Azambuja - neue Arbeitsplätze in Polen

Der Autohersteller Opel hat die Entscheidung über eine mögliche Schließung des Montagewerks in Azambuja zwar verschoben, doch scheint das Aus für das Werk beschlossene Sache.

Nach Opel-Angaben haben die Mitarbeiter bereits einen Brief von General Motors (GM) Europa erhalten. Darin erklärt das Management, falls man keine Lösung finde, werde das Werk zum 31. Oktober geschlossen.

Das portugiesische Werk in Azambuja baut Fahrzeuge vom Typ Opel Combo, im vergangenen Jahr belief sich die Produktion auf etwa 74.000 Einheiten. Das Werk mit 1.200 Beschäftigte ist nach Darstellung von General Motors (GM) im europäischen Vergleich zu teuer. Daher soll es geschlossen und die Produktion nach Zaragoza in Spanien verlagert werden. Zuletzt hatte GM-Konzernchef Rick Wagoner den Grundstein für ein neues Werk gelegt, das bis 2008 bei Sankt Petersburg fertig gestellt werden soll. Nach Darstellung des Konzerns wird das neue Werk allerdings ausschließlich für den russischen Markt produzieren.

<h2>Proteste</h2>

Der Vorsitzende des Opel-Gesamtbetriebsrats, Klaus Franz, drohte, auch die beiden Werke im thüringischen Eisenach und im spanischen Zaragoza einzubeziehen, die gerade die für den Autohersteller wichtige Markteinführung des neuen Corsa-Modells vorbereiten. Auch der Vorsitzende des Betriebsrats im Bochumer Opel-Werk, Rainer Einenkel kündigte Aktionen an, sollte Opel das portugiesische Werk dicht machen.

Am 20.06.06 fand bei Opel in Rüsselsheim zur Solidarität mit den portugiesischen Arbeitern eine sogenannte BetriebsratsInformation statt:

Die Produktion stand, als die Kollegen der Frühschicht mit Fahnen, Transparenten und Trommlergruppe zum Portal 45 zogen. Sie wurden dort schon von Kollegen anderer Abteilungen und des Internationalen technischen Entwicklungszentrums empfangen. Insgesamt bis zu 5 000 Kollegen. Es gab ein ein Transparent der IGM Vertrauensleute und ein selbst gemaltes von Kollegen AZAMBUJA + Bochum, Eisenach + RÜSSELSHEIM zusammen kämpfen um jeden Arbeitsplatz!

Zur Unterstützung der Kollegen in Azambuja, die kein Streikgeld erhalten, wurde gesammelt. Nach dem Ende der Podiumsreden fanden noch viele Gespräche statt und die Produktion kam wohl erst mit Beginn der Spätschicht wieder in Fahrt. (...) Angestellte aus dem ITEZ hatten schon darüber diskutiert, dass es ein Unding sei, hier keine Solidaritäts-Streiks durchführen zu dürfen! Oft wurde geäußert genauso wie in Frankreich müßte das laufen! Die bisherigen Aktionen seien ein Anfang, reichen aber nicht. Einer meinte ganz gut dass heute Azambuja und Zaragossa im Streik stehen und wir auch draußen sind. Er stimmte zu, dass die folgenden Aktionen einen gemeinsamen europaweiten Streik, um die Arbeitsplätze vorbereiten müßten!

<h2>Subventionen</h2>

Die portugiesische Regierung drohte im Fall der Schließung des Werkes mit der Rückforderung von Staatsbeihilfen. Für den Bau der Autofabrik in Azambuja hatte Opel-Konzernmutter General Motors mehr als 40 Millionen EU-Subventionen erhalten.

<h2>Opel - Ende einer Traditionsmarke</h2>

Von der Schließung sind möglicherweise bis zu 30.000 weitere Arbeitsplätze bei GM und Zulieferern in Europa bedroht. Damit scheint auch das Ende der Traditionsmarke Opel gekommen zu sein; der amerikanische Mutterkonzern General Motors (GM) sucht schon lange einen Weg wie er im größten Automobilmarkt der Welt, in Europa, entsprechend seiner Weltgeltung machtvoll vertreten sein kann.

Die Amerikaner setzen aufs billige Massengeschäft – trauen den Rüsselsheimern den Durchbruch in dieses Segment aber schon längst nicht mehr zu. Der Streit darüber, auf welchem Marktniveau Opel angesiedelt sein soll – breit und preiswert, wie die Marke Chevrolet, oder im gehobenen Premiumsektor neben Audi oder BMW – schwelt bereits seit Anfang der neunziger Jahre.

Die wichtigste Marke GMs aber hieß niemals Opel, sondern immer Chevrolet. In Südamerika und in vielen Ländern Asiens fahren längst Chevrolets - die allerdings Opel-Modellen zum Verwechseln ähnlich sehen, weil sie in Rüsselsheim entworfen wurden und auch die Produktionsfabriken von deutschen Ingenieuren stammen.

<h2>Rüstungsdeal</h2>

Bei der Produktionsverlagerung von Opel nach Osten spielen militärische Interessen und ein Rüstungsdeal eine zentrale Rolle:

Die Grundlage für dieses Koppelgeschäft wurde im April 2003 in Warschau besiegelt: Der F16-Vertrag. Ein Jahrhundertgeschäft - schwärmt man in Polen - das wie folgt funktioniert: Die polnische Regierung zahlt Lockheed Martin für die Flugzeuge stolze 3,5 Milliarden US Dollar. Auf Pump der US Regierung.

Im Gegenzug verspricht Lockheed Martin ein lukratives Koppelgeschäft. Durch vertraglich zugesicherte Investitionen sollen mehr als 6 Milliarden Dollar zurück nach Polen fließen.

Hier kommt der amerikanische Automobilkonzern General Motors ins Spiel. Ihm schickt Lockheed eine bislang nicht bekannte Millionensumme aus dem Rüstungsdeal zu. Als Anreiz, damit General Motors über seine Tochter Opel anstelle von Lockheed einen Teil der zugesagten 6 Milliarden investiert.

Beide Konzerne bestätigen den Deal, schweigen aber über die Höhe der geflossenen Gelder.

Polnischen Zeitungen zufolge sollen über die General Motors Tochter Opel insgesamt 800 Millionen Euro zurück nach Polen fließen. Hier wird in Zukunft nicht nur der Astra gebaut, auch ein Teil der Zafira-Produktion soll ab kommendem Jahr in Gliwice vom Band laufen.

Quellen

Zuletzt geändert am 13.11.2007 16:26:49 von K.P.

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