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Lissabons Bahnhof

Seit dem 16. Februar 2008 kann man wieder vom Bahnhof Rossio nach Sintra fahren. Dieser Bahnhof im alten Zentrum Lissabons hat eine lange Geschichte.

Lissabonline ist ein unabhängiger Reiseführer durch Lissabon. Machen Sie sich auf den Weg und navigieren Sie durch die Stadt am westlichen Rand Europas ... [mehr...]

Kleine Geschichte Lissabons

Die Geschichte Lissabons steckt in den "Winkeln, Dachziegeln und Gerüchen jeder Straße" (José Saramago) - von den ersten Faustkeilen am Ufer des Tejo über römische und arabische Zeiten bis zur christlichen Reconquista, vom Zeitalter der Entdeckungen bis zum Erdbeben von 1755, vom Absolutismus bis zur faschistischen Diktatur, zur Nelkenrevolution und bis in die Gegenwart reichen die Spuren.

Lissabon - in der Geschichte der Stadt lesen ist der Titel eines Projekts, aus dem auf dieser Website von Zeit zu Zeit einzelne Kapitel veröffentlicht werden. Viel Spaß beim Lesen!

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Die Euro 2004 im Urteil der Ökonomen

Nach Fussballern, Ferienreisenden und Hoteliers haben in Portugal nun die Ökonomen ihre Bilanz der Fussball- EM 2004 gezogen. Ihrer Auffassung nach hat das Turnier dem Gastgeberland kurzfristig zwar nur begrenzte wirtschaftliche Impulse beschert, es aber im Ausland - in den Stadien wie auch am Fernsehschirm - als Ferienziel verstärkt ins Blickfeld gerückt.

In den Fenstern und an den Balkonen vieler portugiesischen Wohnungen hängen noch immer die grün-roten Landesfahnen, die während der Euro 2004 vom Fussballfieber eines Volkes und seiner Geschlossenheit um sein Nationalteam gekündet hatten. Längst ist die Fussballeuphorie wieder dem politisch und wirtschaftlich motivierten Stimmungstief gewichen. Zudem sind die kurzfristigen wirtschaftlichen Impulse der EM anscheinend verpufft. Nach einem Rückgang des Bruttoinlandproduktes (BIP) um 1,3% im Jahr 2003 hatte die Wirtschaft im zweiten Quartal 2004, in dem die meisten Euro-Spiele ausgetragen wurden, erstmals wieder spürbar zugelegt. Verglichen mit demselben Zeitraum des Vorjahres konstatierte das Nationale Institut für Statistik (INE) unter Hinweis auf den Effekt des Titelkampfes 2004 einen Anstieg der Inlandsnachfrage um 2,6% und des BIP um 1,8%. Wenn die Investitionen für die Euro die Rezession 2003 auch nicht verhindert haben, so ist die zaghafte Erholung, die sich nun bemerkbar macht, allerdings nicht nur dem Fussball zu verdanken.

<h2>Staatshilfen für den Stadienbau</h2>

Für die Regierung hat eine Forschergruppe unter der Leitung von Manuel Victor Martins vom Institut für Volks- und Betriebswirtschaft an der Technischen Universität Lissabon eine umfassende Bewertung des wirtschaftlichen Einflusses der EM vorgenommen. Laut ihrem Abschlussbericht war der wirtschaftliche Impakt der zwischen 2002 und Anfang 2004 getätigten Investitionen für die Meisterschaft nicht signifikant, wie schon erwartet. Als Kulissen für die 31 Spiele wurden zehn Stadien neu errichtet oder umgebaut. Im betrachteten Zeitraum haben, wie die Forscher meinen, die Investitionen in die Infrastruktur einen Produktionsanstieg um 1,9 Mrd. Euro ausgelöst (davon 60% 2003) und die Beschäftigung von 39 363 Arbeitnehmenden gesichert; diese Investitionen hätten einen Anteil von 0,32% des BIP im Spitzenjahr 2003 und von je 0,11% in den Jahren 2002 und 2004 ausgemacht.

Der Bau von zehn Fussballstadien (obwohl nach UEFA-Kriterien sechs genügt hätten) und die entsprechenden Kosten waren trotz aller Begeisterung für den Fussball umstritten gewesen. Mit dem Blick auf die Gesamtkosten folgerten die Forscher indes, dass das Bauprogramm nicht weniger effizient gewesen sei als die Programme zum Bau der Arenen für die WM 2006 in Deutschland und für die Euro 2008 in Österreich und in der Schweiz. In Portugal seien die öffentlichen Hilfen niedriger gewesen als in Deutschland und Österreich veranschlagt. Der Bau der Stadien mitsamt Parkplätzen, Zufahrten und anderen Investitionen (Sporthallen, Schwimmbäder oder Ladenzonen) kostete 964 Mio. Euro. Finanziert wurde dieser Aufwand zu 29% aus Eigenmitteln der Munizipien und Klubs, zu 19% durch Zuschüsse des Zentralstaates und zu 52% mit Bankdarlehen. Stadien und Parkflächen allein verschlangen 681 Mio. Euro - 14% mehr als geplant. Als Grundlage für die Berechnung der Hilfen des Zentralstaates dienten Investitionsprogramme über 426 Mio. Euro. Mit 104 Mio. Euro zahlte der Staat (einschliesslich EU-Hilfen) im Endeffekt etwas weniger als budgetiert.

Das Reiseland Portugal stand im vergangenen Juni im Zeichen des Fussballs. In den vier Regionen Norte, Centro, Lissabon und Tejo-Tal sowie an der Algarve standen 40% der touristischen Einnahmen in direktem Zusammenhang mit dem Fussball, so die Studie. Nach Angaben der Zentralbank summierten sich die touristischen Einnahmen des gesamten Landes im Juni auf 641 Mio. Euro, stolze 28% mehr als im Juni 2003. Aber nicht alle Regionen zählten mehr Touristen, wie Daten des Statistikinstituts belegen. Gemessen an der Zahl der Hotelübernachtungen kontrastieren kräftige Zuwächse in Nordportugal (Spielorte Porto, Braga und Guimarães - plus 30%; um 60% kletterte die Zahl der ausländischen Gäste), in Mittelportugal (Aveiro, Coimbra und Leiria - plus 21%, Ausländer plus 50%) und im Raum Lissabon (27%, Ausländer plus 35%) mit einem kräftigen Rückgang an der Algarve (Faro-Loulé - minus 16%, Ausländer minus 13%).

Es hat den Anschein, als hätten viele normale Feriengäste 2004 die Südküste gemieden. Aufgrund von Daten über die ausländischen Besucher kamen die Autoren der Studie über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Euro zum Ergebnis, dass der Anstieg der touristischen Einnahmen mit zwei Effekten zu erklären sei. Ein Mengeneffekt habe die Zahl der Hotelübernachtungen um 20% erhöht, und die von den Ausländern in Anspruch genommenen Dienstleistungen seien um 41% teurer gewesen als im Vorjahr.

<h2>Heute Fussballzuschauer, morgen Tourist?</h2>

In Zahlen allein lassen sich die Effekte der Euro aber nicht messen. Nach Ansicht der Forscher war das Turnier dank effizienter Vorbereitung und perfekter Organisation ein Erfolg. Es habe Portugal im Ausland positiv dargestellt Nicht unwichtig sei aber auch sein Beitrag zum Selbstwertgefühl der Portugiesen. In wirtschaftlicher Hinsicht hofft man im Lande nun auf den Barcelona-Effekt - auf stärkeren Andrang von Touristen wie in der katalanischen Metropole nach den Olympischen Spielen von 1992. Schon im Vorfeld der Euro hatten die Zeitungsanzeigen und TV-Spots des Aussenhandelsamtes nicht primär für Portugal als Land des Fussballs, sondern als Reisedestination geworben. Ziel war es, die Anhänger - im Stadion oder daheim am Bildschirm - als künftige Touristen zu gewinnen. Sowohl die Eindrücke der Fussballbegeisterten im Lande - von Gastfreundschaft, Qualität der Dienstleistungen, Gastronomie, Landschaft und Kultur - als auch Berichte und Reportagen ausländischer Medien seien dem Landesimage zugute gekommen, heben die Ökonomen hervor.

Sie stützen sich unter anderem auf eine Umfrage der Universidade do Algarve unter rund 800 ausländischen Besuchern, von denen 75% erstmals in Portugal waren. Während 74% sagten, dass sich ihr Bild vom Lande positiv gewandelt habe, reisten 24% mit einer unveränderten Vorstellung wieder nach Hause. 37% verbrachten drei bis fünf Nächte in Portugal. Nur 12% beliessen es bei einer bis zwei Nächten. Immerhin 87,5% bejahten die Frage, ob sie in den nächsten fünf Jahren wiederzukommen gedenken.

Quelle: NZZ online

Zuletzt geändert am 13.11.2007 16:27:10 von K.P.

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