Seit dem 16. Februar 2008 kann man wieder vom Bahnhof Rossio nach Sintra fahren. Dieser Bahnhof im alten Zentrum Lissabons hat eine lange Geschichte.
Lissabonline ist ein unabhängiger Reiseführer durch Lissabon. Machen Sie sich auf den Weg und navigieren Sie durch die Stadt am westlichen Rand Europas ... [mehr...]
Die Geschichte Lissabons steckt in den "Winkeln, Dachziegeln und Gerüchen jeder Straße" (José Saramago) - von den ersten Faustkeilen am Ufer des Tejo über römische und arabische Zeiten bis zur christlichen Reconquista, vom Zeitalter der Entdeckungen bis zum Erdbeben von 1755, vom Absolutismus bis zur faschistischen Diktatur, zur Nelkenrevolution und bis in die Gegenwart reichen die Spuren.
Lissabon - in der Geschichte der Stadt lesen ist der Titel eines Projekts, aus dem auf dieser Website von Zeit zu Zeit einzelne Kapitel veröffentlicht werden. Viel Spaß beim Lesen!
Sind Sie interessiert an einer Stadtführung durch Lissabon? Wir bieten Ihnen individuelle Spaziergänge durch die Stadt Lissabon, damit Sie nichts verpassen.
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Land, Land! Oder besser gesagt: Himmel, Himmel! Denn ohne Zweifel sind wird in der Nähe des berühmten Lissabon.
Cervantes: Die Leiden des Persiles und der Sigismunda.
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Gibt es ein Gedächtnis der Stadt / dieser Stadt Lissabon, dann sind seine Träger nicht die Menschen, sondern Häuser, Straßen, Plätze, Steine.
Seit den achtziger Jahren ist das Phänomen geschlossener Wohnanstalten (Condomínios Fechados) aus den Ghettos der Zweit- und Ferienwohnsitze an der Algarve bekannt, in die sich auch deutsche Urlauber gerne einschließen lassen. So lebt man sicher.
Geschlossene Wohnanstalten darf nicht jeder betreten, Eintritt wird vom Sicherheitsdienst nur Befugten gewährt.
Seit den neunziger Jahren wird auf diese Weise der urbane Raum der portugiesischen Hauptstadt neu definiert, neu vermessen und bewertet, heißt das. 2003 lebten bereits 5% der Einwohner Lissabons in geschlossenen Wohnanstalten. In Cascais gab es 2003 bereits 43, in Lissabon 23, in Sintra 6 dieser Einrichtungen.
Der Witz ist, dass diese Privatisierung des öffentlichen Raumes meint, sich auf die Rekonstruktion historischer Stadtgebiete und die Rettung des architektonischen Erbes (edifícios classificados) berufen zu können. So ist klar, welches Schicksal einer neu entdeckten Ruine droht. In den historischen Vierteln der Altstadt (Baixa, Chiado, Castelo) entstehen geschlossene Inseln, die sich der Kommunikation mit den Bürgern verweigern.
Wenn man so will, ist die geschlossene Wohnanstalt der strikte Gegensatz zum porösen Leben südlicher Prägung, zum Stuhl auf der Straße. Plätze können in dieser Konzeption des öffentlichen Raumes nur noch als Einkaufsplätze vorkommen, Zentren des Konsums, die keine Chance haben gegen die wahren Kathedralen des Konsums, die Malls und Shopping-Center.
Klöster, Paläste und Gebäude mit historischem (Wiedererkennungs-)Wert werden in Luxusimmobilien verwandelt, Exklusivität und Privatheit verdrängen eine echte städtische Konzeption des Wohnens.
Aber nicht nur im Zentrum beschleunigt sich die urbane Schließung der Räume. Exemplarisch für die Wohnansprüche einer neuen Elite dürfte der Parque das Nações sein.
Denn natürlich ist der Reiz des historischen Stadtkerns (für eine Mittelschicht, die gerne mit den jämmerlichen Residuen ihres bürgerlichen Wissens hausieren geht) beschränkt, genau so wie die Ressource in den alten Vierteln. Für Pools und Kindergärten hinter verschlossenen Mauern ist hier kein Platz.
Beispiel für die Usurpation: aus dem Convento dos Inglesinhos, Zufluchtsstätte englischer Katholiken während der Reformation, wird der Highgrove Inglesinhos Clube Residencial. Soll man das übersetzen? Darf man von der Lächerlichkeit des Slogans auf die Armseligkeit der künftigen Bewohner schließen? Helder Cárita wird als Architekt für die Gruppe Amorim Immobiliaría ein Gebäude mit 40 Appartments errichten, der Quadratmeterpreis wird bei 4000 Euro liegen, einschließlich Pool und Parkplatz. Entkernung. Was macht die Ippar (Instituto Português do Património Arquitectónico)? In der Kirche aus dem 17. Jahrhundert wird eine Kultur- und Freizeitstätte eingerichtet, Bars, Restaurants, Billiard und Bibliothek.
Echter Luxus trägt zur Zersiedelung der Stadt bei, richtet sich an den Rändern ein, surreale Bunker vor der Tristess der Vorstädte.
Das Portugal den Portugiesen kommt aus derselben Paranoia, aus demselben Hass auf alles Verschiedene, der Angst vor den Anderen / dem Anderen.
Ein Dokument der politischen, ethischen und historischen Sensibilität der Investoren, Makler, Architekten und schließlich auch der Bewohner entsteht in der Rua António Maria Cardoso. Fast Zehntausend Quadratmeter, 38 Appartments, Geschäfte. Gegenüber das Theater São Luís. Entkernt wird der Sitz der PIDE.
Auch geschlossen: das Patéo Bagatella in der Rua Artilharia 1, beispielhafte Industriearchitektur vom Beginn des letzten Jahrhunderts.
Zuletzt geändert am 19.11.2007 14:30:17 von K.P.
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