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Lissabons Bahnhof

Seit dem 16. Februar 2008 kann man wieder vom Bahnhof Rossio nach Sintra fahren. Dieser Bahnhof im alten Zentrum Lissabons hat eine lange Geschichte.

Lissabonline ist ein unabhängiger Reiseführer durch Lissabon. Machen Sie sich auf den Weg und navigieren Sie durch die Stadt am westlichen Rand Europas ... [mehr...]

Kleine Geschichte Lissabons

Die Geschichte Lissabons steckt in den "Winkeln, Dachziegeln und Gerüchen jeder Straße" (José Saramago) - von den ersten Faustkeilen am Ufer des Tejo über römische und arabische Zeiten bis zur christlichen Reconquista, vom Zeitalter der Entdeckungen bis zum Erdbeben von 1755, vom Absolutismus bis zur faschistischen Diktatur, zur Nelkenrevolution und bis in die Gegenwart reichen die Spuren.

Lissabon - in der Geschichte der Stadt lesen ist der Titel eines Projekts, aus dem auf dieser Website von Zeit zu Zeit einzelne Kapitel veröffentlicht werden. Viel Spaß beim Lesen!

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Über Lissabon

an keinem anderen Ort sind die Farben aus so vielen Farben gemacht wie an diesem.

José Cardos Pires: Lissabonner Logbuch, München, Wien 1997.

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Portugals neue Regierung

Portugals designierter Regierungschef, der Sozialist José Sócrates, hat seine Kabinettsliste bekannt gegeben. Für Überraschung sorgte seine Wahl von Freitas do Amaral, einem leidenschaftlichen Gegner des letzten Irak-Krieges, zum Aussenminister. Dieser ist einer von insgesamt acht parteilosen Ministern im neuen Kabinett.

Bei den Siegern der portugiesischen Parlamentswahl vom 20. Februar herrschte fast zwei Wochen lang Funkstille. Mit penibler Diskretion bastelte José Sócrates, Generalsekretär des bisher oppositionellen Partido Socialista (PS) und designierter neuer Premierminister, an seiner Mannschaft. Umso grösser war die Überraschung über die Kabinettsliste, als sie am Freitagabend nach einer Audienz von Sócrates bei Staatspräsident Jorge Sampaio bekannt gegeben wurde. Sócrates will das Kabinett von zuletzt 19 auf 16 Mitglieder verkleinern und die Parität zwischen je 8 PS-Mitgliedern und parteilosen Ministern herstellen. In dieser kleinsten Regierung seit 1991 sitzen nur 2 Frauen. 8 der designierten Minister haben zwischen 1995 und 2002 unter dem sozialistischen Premierminister António Guterres bereits Regierungserfahrung gesammelt.

Die Nummer zwei im Kabinett ist der Sozialist António Costa. Er leitet das Innenministerium und erhält zusätzlich den Rang eines Staatsministers, ebenso wie seine parteilosen Kollegen im Aussen- und Finanzressort. Mit der Wahl des 63- jährigen Verfassungsrechtlers Diogo Freitas do Amaral zum Aussenminister sorgte Sócrates für allgemeine Verblüffung. Freitas do Amaral stammt aus dem konservativen Lager, hat aber einen beachtlichen Wandel vollzogen.

Sein akademischer Ziehvater war Marcello Caetano, letzter Regierungschef der einstigen Rechtsdiktatur. Nach ihrem Sturz im Jahr 1974 gründete Freitas als politisches Auffanglager für Anhänger des alten Regimes die Zentrumspartei Centro Democrático Social, die heute Partido Popular heisst. Zwischen 1980 und 1983 diente er einer liberal-konservativen Koalition erst als Aussen-, dann als Verteidigungsminister. Auf der Linken, mit dem Ruf eines Rechtsaussen behaftet, kandidierte er 1986 für das Amt des Staatspräsidenten, unterlag in der Stichwahl aber knapp dem Sozialisten Mário Soares. Freitas verliess bald darauf seine Partei. 1995/96 war er Vorsitzender der UNO-Generalversammlung. Seite an Seite mit bekannten linken Politikern wandte er sich 2003 leidenschaftlich gegen einen Krieg im Irak und erliess im jüngsten Wahlkampf eine Wahlempfehlung zugunsten der Sozialisten.

Aus anderen Gründen sorgte auch der 51 Jahre alte designierte Finanzminister und frühere Vizegouverneur der portugiesischen Zentralbank, Luís Campos e Cunha, schon für Aufsehen. Am Wochenende erklärte er in einem Interview, dass eine Erhöhung der Steuerlast wenigstens mittelfristig womöglich unvermeidbar sein würde. Im jüngsten Wahlkampf hatten namhafte Sozialisten die Ansicht vertreten, dass dies nicht nötig sei.

Sócrates erklärte, er habe für sein Kabinett die kompetentesten Leute ausgewählt. Vertreter der abgewählten Regierungsparteien wunderten sich indes darüber, dass gewisse Schwergewichte nicht der Regierung angehören. Sie meinten vor allem den früheren EU-Kommissar António Vitorino, unter dessen Leitung das Wahlprogramm der Sozialisten ausgearbeitet worden war. Er gilt indessen als möglicher Reservekandidat für das Amt des Staatspräsidenten bei der Direktwahl im Januar 2006, sofern sich António Guterres, der Wunschkandidat von Sócrates, nicht zur Wahl stellen sollte. Auch der frühere Aussenminister von Guterres, Jaime Gama, sitzt nicht im neuen Kabinett. Er könnte laut Medienberichten stattdessen Parlamentspräsident und damit zweiter Mann im Staat werden.

Insgesamt scheint es so, als habe Sócrates seine Regierung auf eine möglichst breite politische Basis stellen wollen. Seine Priorität galt dabei offenbar aber der politischen Mitte. Im neuen Kabinett sitzen zwei ehemalige Kommunisten. Aussen vor bleiben aber einige prominente Wortführer des linken PS-Flügels, die unter Guterres dem Kabinett angehört hatten. Vertreter der linken Oppositionsparteien beanstandeten die Besetzung einiger wichtiger Ressorts durch Politiker, die eher neoliberale Ansichten verträten.

<h2>Portugals künftiges Kabinett</h2>
Premierminister:
José Sócrates
Innenminister:
António Costa
Aussenminister:
Diogo Freitas do Amaral
Finanzminister:
Luís Campos e Cunha
Präsidialminister:
Pedro Silva Pereira
Verteidigung:
Luís Amado
Justiz:
Alberto Costa
Umwelt, Raumplanung und Entwicklung:
Francisco Nunes Correia
Wirtschaft und Innovation:
Manuel Pinho
Landwirtschaft und Fischerei:
Jaime Silva
Öffentliche Bauten, Verkehr und Kommunikation:
Mário Lino
Arbeit und Soziales:
José António Vieira da Silva
Gesundheit:
António Correia de Campos
Bildung:
Maria de Lurdes Rodrigues
Wissenschaft, Technologie und Hochschulbildung:
Mariano Gago
Kultur:
Isabel Pires de Lima
Parlamentarische Angelegenheiten:
Augusto Santos Silva
Staatssekretär für den Vorsitz des Ministerrates:
Jorge Lacão

Quelle: NZZ online

Zuletzt geändert am 13.11.2007 16:26:50 von K.P.

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